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EIN DOKUMENTIERTER BERICHT, ÖSTERREICH, 2015–2026

Die unsichtbare Barriere

Überall ausgeschlossen. Elf Jahre in Wien, von innen.

Etwa 2 Minuten Lesezeit. Oder zur Dokumentation →

Ich bin 31, Ausländer, und ich lebe in Wien. Seit ich ein Kind bin, habe ich Schwierigkeiten. Missverständnisse. Konzentrationsprobleme. In der Schule, mit Menschen, auch mit Freunden. Freundschaften oder überhaupt Verbindungen aufzubauen war für mich immer schwer.

Alles, was ich seit Jahren bekomme, ist Ablehnung. Ablehnung nach Ablehnung nach Ablehnung.

Keine sozialen Kontakte. Keine berufliche Chance, keine Arbeit. Fast nichts.

Dieser Ort funktioniert nach einer strengen Rangordnung. Woher du kommst, zählt vor allem anderen. Jemand wie ich endet ohne Rolle, ohne soziale Verbindung, ohne alles. Und der Druck ist, dass du die allerbeste Version von dir abliefern musst, trotz ASS, trotz Depression. Du darfst nicht so sein, wie du bist. Das System akzeptiert es nicht und die Menschen akzeptieren es nicht. Alle erwarten, dass ich ihnen zuerst etwas biete.

Ich bin längst erschöpft, und ich weiß inzwischen, dass alle diese Wege in Ablehnung enden. Aber ich habe keinen anderen Weg. Das Einzige, was bleibt, ist allein zu bleiben, die ganze Zeit, mit mir selbst.

Und das ist der Teil, der am schwersten zu sagen ist, weil er wie ein Widerspruch klingt. Ich weiß, dass ich viel kann. Ich habe Ideen. Ich habe Projekte im Kopf, die ich bauen will.

Stattdessen ist jeder Tag Isolation, Frustration, Ablehnung. Stell dir vor, an einem Ort zu leben, an dem das Einzige, was du bekommst, Ablehnung ist. Stell dir vor, was das nach Jahren mit einem Menschen macht.

Der dokumentierte Teil: fünf Jahre eines technischen Studiums, abgebrochen, ohne dass irgendetwas angepasst wurde. 542 Bewerbungen in acht Jahren. Aufenthalt abgelehnt wegen fehlenden Einkommens. Behinderung dreimal abgelehnt, einmal nach einer 25-minütigen Untersuchung, die zehn Jahre Krankenhausbefunde überstimmt hat. Jede Organisation, die ich kontaktiert habe, sah den Fall außerhalb ihres Mandats. 2026 kamen zwei institutionelle Anerkennungen: eine universitäre Forschungsgruppe hat es als etwas benannt, woran keine österreichische Organisation arbeitet, und ein Forschungsinstitut für Menschenrechte hat die Begutachtungspraxis als willkürlich anerkannt. Keine davon hat einen Bescheid geändert.

Wenn dir davon etwas bekannt vorkommt, oder wenn du einfach schreiben willst: Ich lese alles. contact@invisiblebarrier.org. Wenn du etwas Konkretes hast, einen Kontakt, eine Möglichkeit, eine Idee oder eine andere Form von Unterstützung, ist das genauso willkommen. Was ich suche, sind Menschen.

Und wenn du denkst, jemand anderes sollte das lesen, gib es weiter. Das ist der Teil, den ich nicht allein schaffe.